Schaumstoffe für Matratzen existieren in vielen Varianten und Härten, die je nach Kombination sowohl unterschiedlich wirken als auch komfortables Schlafen bieten. Hier gibt es die verschiedensten Philosophien, die von Schichten bis hoch komplizierten Zonen reichen.
Kaltschaum
Die Bezeichnung „Kaltschaum“ ist eigentlich irreführend, da
die eigentlichen Vorteile im Namen nicht erwähnt werden. Der Begriff
entstammt der früheren Herstellung von „Heiß-Schaumstoffen“, die damals
in Formen gegossen wurden und zur Aushärtung „nachgeheizt“ wurden. Die
fortschreitende Entwicklung ermöglichte die Herstellung von
Blockschäumen, d.h. riesige Schaumbahnen, die anschließend in die
eigentlichen Größen geschnitten werden. Da hier keine Hitze mehr
benötigt wird, wurde der Name „Kaltschaum“ geboren. Inzwischen hat sich
ein weiterer Name eingebürgert: HR-Schaum (high resilient, dt.
hochbelastbar/-elastisch)
Vorteile:
• unschlagbare Qualität
• kann in höheren Stauchhärten hergestellt werden als herkömmlicher Heißschaum
• frei von FCKW und Lösemittel
• lange Lebensdauer
• Offenporigkeit, ungleichmäßige Porenstruktur garantiert gute Luftdurchlässigkeit
• viel leichter als Latexmatratzen
Herstellung
Polyurethan-Schaumstoffe werden in einer chemischen
Reaktion hergestellt, in der die flüssigen Ausgangsstoffe Isocyanat und
Polyole in einem Anlagerungsprozess zu großen Kettenmolekülen
verknüpft werden. Diesem Rohzustand muss noch Wasser hinzugefügt
werden, mit dessen Hilfe Kohlendioxid abgespalten wird, das wiederum
den Schaum letztendlich auftreibt.
Zunächst sind die Poren des Kaltschaums noch geschlossen.
Nach der Aushärtung wird der Blockschaum maschinell zusammengepresst,
wodurch die unregelmäßige Offenporigkeit entsteht.
Mit dem Franke-Membranenbezug
können die Polyurethan- und Polyätherschaumstoffe einwandfrei im
Krankenhausbereich eingesetzt werden und sogar bis 105°C im Autoklaven
sterilisiert werden.
Qualität
Schaumstoffe wurden in der Vergangenheit verpönt, und das natürlich aus
gutem Grund: in unterschiedlichen Einsatzgebieten z.B. Polstermöbel
wurden minderwertige Schaumstoffe verwendet, die schnell platt gesessen
waren und den Ruf allgemein zunichte machten.
Außerdem können Schaumstoffe durch Zusatzmittel „gestreckt“ werden, die die Qualität mindern. Vorsicht ist vor allem bei Billigangeboten angesagt!
Der schlechte Ruf von Schaumstoffen hat sich mittlerweile wieder zum Guten verändert, da wieder mehr Wert auf Qualität gelegt wird. In Kliniken und Pflegeheimen werden durch spezielle Schaumkombinationen sogar Folgekrankheiten wie Dekubitus (=Wundliegen) reduziert oder gar verhindert.